Künstliche Intelligenz verändert derzeit viele Bereiche unseres Alltags – auch den Bewerbungsprozess. Besonders Jugendliche der 2. Oberstufe stehen heute vor einer neuen Realität: Bewerbungen entstehen zunehmend in einer Welt, in der KI-Tools selbstverständlich genutzt werden. An Informationsabenden taucht deshalb immer häufiger die Frage auf, wie Bewerbungsunterlagen in diesem Umfeld aussehen sollen und worauf Jugendliche achten müssen.
KI kann beim Schreiben von Bewerbungen eine grosse Hilfe sein. Sie unterstützt beim Formulieren von Lebensläufen und Motivationsschreiben, hilft bei der Struktur und verbessert sprachliche Fehler. Gerade für Jugendliche, die zum ersten Mal eine Bewerbung schreiben, kann dies eine wertvolle Unterstützung sein. Gute Unterlagen lassen sich schneller erstellen und einfacher an unterschiedliche Lehrstellen anpassen.
Gleichzeitig bringt diese Entwicklung neue Herausforderungen mit sich. Wenn viele Bewerbungen mit denselben Tools entstehen, ähneln sich Formulierungen und Argumentationen stark. Personalverantwortliche berichten zunehmend, dass Motivationsschreiben austauschbar wirken. Genau dort, wo früher Persönlichkeit sichtbar wurde, entsteht schnell ein standardisierter Text.
Hinzu kommt, dass die Erwartungen der Betriebe unterschiedlich sind. Gerade bei den KMU unterscheiden sich diese teilweise deutlich von jenen der grossen Unternehmen wie Roche oder V-Zug. Während einige Betriebe KI-gestützte Unterlagen akzeptieren oder sogar begrüssen, legen andere weiterhin grossen Wett auf persönliche Handschrift, Authentizität und klare Eigenleistung.
Die Frage ist deshalb nicht, ob KI genutzt werden darf, sondern wie. Wer sich von der Masse abheben möchte, sollte KI als Unterstützung nutzen – nicht als Ersatz für eigene Gedanken. Persönliche Erfahrungen, konkrete Beispiele aus Schule oder Praktika sowie ehrliche Motivation machen eine Bewerbung glaubwürdig.
Gerade weil KI vieles vereinheitlicht, gewinnt das Persönliche an Bedeutung. Eine Bewerbung die zeigt, wer jemand wirklich ist, bleibt auch im digitalen Zeitalter überzeugend.
Autorin: Simone Glarner



