Wenn ein Gebäude zurückgebaut wird, endet damit nicht zwingend die Geschichte seiner Baustoffe. Gerade bei Holz stellt sich für uns immer wieder die Frage: Muss dieses Material wirklich verbrannt werden, oder steckt noch mehr Potenzial darin?
Diese Frage beschäftigt uns bei Abt Holzbau AG bereits seit längerer Zeit. Holz ist ein wertvoller Rohstoff, der über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte gewachsen ist. Es ist unschön, wenn hochwertiges Bauholz nach dem Rückbau eines Gebäudes nur noch energetisch verwertet wird.
Deshalb setzen wir uns intensiv mit der Wiederverwendung von Bauholz auseinander.
Forschung statt Bauchgefühl
Die Wiederverwendung von Holz aus Rückbauten ist ein faszinierendes, aber auch anspruchsvolles Thema. Gemeinsam mit gleichgesinnten Unternehmen aus der Holzforschung beschäftigen wir uns seit längerer Zeit mit den technischen und praktischen Fragestellungen rund um Re-Use-Materialien. Dabei untersuchen wir unter anderem Altholz aus Rückbauprojekten und analysieren dessen Möglichkeiten für eine zukünftige Nutzung.
Im Zentrum stehen Fragen wie:
- Welche Festigkeiten besitzen alte Hölzer tatsächlich?
- Wie können bestehende Bauteile sinnvoll und sicher in neuen Konstruktionen
eingesetzt werden? - Wie verhalten sich moderne Holzleime im Zusammenspiel mit historischer
Holzsubstanz? - Welche Prüf- und Zertifizierungsverfahren sind notwendig?
- Wo liegen die Chancen und Grenzen einer Wiederverwendung?
Die Antworten darauf sind nicht immer einfach. Aber genau diese Fragestellungen treiben uns an.
Die Theorie verstehen – die Praxis erproben
Heute wissen wir bereits deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Die Kreislaufwirtschaft gewinnt auch im Bauwesen zunehmend an Bedeutung. Themen wie Wiederverwendung, Rückbaubarkeit und Bauteilpässe werden künftig eine immer grössere Rolle spielen. Das zeigen auch aktuelle Entwicklungen im Bereich der Gesetzgebung und der Forschung.
Gleichzeitig müssen wir ehrlich sein: Die Wiederverwendung von altem Bauholz für neue, zertifizierte Tragwerke ist heute wirtschaftlich noch nicht konkurrenzfähig. Der Aufwand für Rückbau, Prüfung, Aufbereitung und Zertifizierung ist hoch. Auch verleimtes Re-Use-Holz ist derzeit nicht günstiger als neu hergestellte Produkte.
Trotzdem sind wir überzeugt, dass sich das Engagement lohnt.
Denn jede Erfahrung, die wir heute sammeln, bringt uns einen Schritt weiter. Jeder Prüfkörper, jede Untersuchung und jedes Pilotprojekt hilft dabei, die Grundlagen für zukünftige Anwendungen zu schaffen.
Nachhaltigkeit braucht Pioniere
Innovation entsteht selten dort, wo alles bereits geregelt ist. Sie entsteht dort, wo Menschen bereit sind, Neues auszuprobieren, Fragen zu stellen und Erfahrungen zu sammeln.
Genau das motiviert uns beim Thema Re-Use-Holz. Wir wollen verstehen, wie gebautes Holz künftig mehrfach genutzt werden kann, möglichst kaskadengerecht. Wir wollen dazu beitragen, dass wertvolle Ressourcen länger im Kreislauf bleiben. Und wir möchten das Wissen aufbauen, das es braucht, damit aus einzelnen Pilotprojekten irgendwann bewährte Standards werden.
Aus diesem Grund haben wir uns mit weiteren Holzbauexperten unter dem Patronat der Berner Fachhochschule zusammengeschlossen, um diese Thematik anzugehen. (Flyer)
Haben Sie eine Idee?
Vielleicht planen Sie einen Pavillon, ein Gartenhaus, einen Innenausbau, ein Vereinsprojekt oder ein anderes Bauvorhaben, bei dem Holz aus Rückbauten sinnvoll eingesetzt werden könnte.
Dann freuen wir uns über den Austausch.
Gemeinsam können wir prüfen, ob sich Ihr Projekt als Re-Use-Projekt eignet und welche Möglichkeiten bestehen, bestehendem Holz ein zweites Leben zu schenken.
Denn das nachhaltigste Holz ist oft jenes, das bereits verbaut wurde.



